Warum benutze ich ein Vision Board?

Warum komme ich nicht mal langsam auf den Punkt und fange an, über Ernährung, Nutritional Balancing und Mikronährstoffe zu schreiben?

 

Weil dies hier wichtig ist. Bevor man mit einer Reise - wie im vorherigen Artikel erwähnt - beginnt, muss man ja erst einmal wissen, wo die Reise hingehen soll. Man kann natürlich komplett auf blauen Dunst durch die Weltgeschichte reisen, aber auch das bedarf zumindest einer Spontanplanung. Und so bin ich der Meinung, dass ich hier erst einmal auf die verschiedenen Werkzeuge eingehen sollte, bevor wir über Ernährung und Selbstheilung sprechen.

 

Alles fängt mit einem Gedanken an. Alles! Versuch mal, ein Beispiel zu finden, welches nicht mit einem Gedanken angefangen hat. Gibt's nicht. Der Gedanke befindet sich nun im feinstofflichen Raum und ist noch nicht zur Realität geworden. Ich hatte z.B. den Gedanken, über Vision Boards zu schreiben, ich hätte ja aber auch über unzählig andere Themen schreiben können. Um aus dem Gedanken nun etwas greifbares zu machen, müssen wir den Gedanken nun irgendwie "verdichten". Und das geschieht, wenn er aufgeschrieben wird. 

 

Nun ist auch jeder Gedanke mit einer Emotion verbunden, die in uns wiederum eine Kaskade an biochemischen Reaktionen auslöst. Die Bandbreite reicht von Euphorie bis Horror. Jeder Gedanke beeinflusst somit unser biochemisches Gleichgewicht. Negative Gedanken verursachen in uns also ein Ansteigen an Stresshormonen, während Gedanken, die wir als positiv einstufen, unsere Glückshormonproduktion ankurbeln. Wir sind übrigens die einzige Spezies, die dieses alleine durch Denken verursachen kann! Eine phänomenale Höchstleistung unserer Maschine "Organismus". 

 

Auftritt: Vision Board. Eine tolle Pinnwand, eine Leinwand, ein großes Plakat oder ein digitales Vision Board - es ist völlig unwichtig, wie es aussieht, ob günstig oder exklusiv. Wichtig ist, dass dein Vision Board dich anspricht und dich begeistert, mit ihm Zeit zu verbringen. Nun fängst du an, dein Vision Board mit all deinen Plänen, groß und klein, zu schmücken. Was ist für dich wichtig? Welche Ziele möchtest du dir stecken? Es gibt so ein paar große, übergreifende Themen: Persönlichkeitsentwicklung, Gesundheit, Finanzen, Beziehungen, Beruf. Jedem ist etwas anderes wichtig und du bleibst auch nie auf einem Punkt stehen. Was heute für dich wichtig ist, ist in einem Jahr vielleicht erreicht oder nicht mehr relevant.

 

Ich malte mir mein erstes Vision Board im Jahr 2000. Noch vor dem großen Durchbruch von Internet, Google und Youtube's Self-Help Videos befanden mein Mann und ich uns in einer Situation, wo wir mehr Verbindlichkeiten als Kröten auf dem Konto hatten. Eine schlechte Entscheidung bei einem unserer vielen Renovierungsprojekte brachte uns in die finanzielle Schräglage. Wir wussten, dass dies nur temporär war, es war aber deshalb nicht weniger stressig.

 

Nachdem wir uns einen guten Überblick über unsere finanzielle Lage gemacht hatten, saßen wir eines Abends auf dem Fußboden und malten uns auf einem großen Plakat eine Art Thermometer auf. Wir zeichneten Linien ein, nicht als Celsius sondern als Dollar. Dann trugen wir den Betrag unseres restlichen Guthabens ein (es bedeckte gerade den untersten Teil des "Thermometers") und trugen so viele Striche ein, bis wir unser finanzielles Ziel auf Papier erreicht hatten. Puh, die Differenz zwischen Haben und Ziel war enorm!

 

Jeden Monat machten wir nun unsere Einträge auf unserem Vision Board und sahen, wie wir uns langsam aber sicher unserem Ziel näherten. Es dauerte insgesamt fünf Jahre, aber wir schafften es. Unsere Gedanken wurden dadurch von Monat zu Monat positiver und wir ließen es unbewusst gar nicht zu, ein anderes Ergebnis als vollen Erfolg zuzulassen.

 

Natürlich werden Vision Boards regelmässig in Firmen benutzt. Brainstorming oder Strategiemeetings werden sie im Berufsleben oft genannt. Die Vorgehensweise ist essentiell die gleiche. Warum also nicht im Privatleben seine Ziele definieren?  Wir sind unser eigener CEO. Wo wollen wir hin? Was wollen wir mit unserem kostbaren Leben anfangen? Nicht nur träumen, sondern die Gedanken auf Papier bringen und sie Stück für Stück umsetzen. 

 

Einige Jahre später benutzte ich mein Vision Board für einen ganz anderen Zweck. Geld war auf einmal gar kein Thema, denn ich musste mich auf das konzentrieren, das nicht in Geld und Gold aufgewogen werden kann: meine eigene Gesundheit. Auch dafür bietet sich natürlich ein Vision Board an. Egal, ob es Gewichtsprobleme, chronische Krankheiten oder Sonstiges ist - schreibe es dir als Ziel auf. Dekoriere dein Vision Board mit einem Foto von dir, auf dem du noch gesund warst. Oder schneide dir ein Bild aus einer Zeitschrift aus, das dich repräsentiert. Vielleicht möchtest du dir etwas gönnen, wie z.B. einen Kurzurlaub, wenn du deine Gesundheit wieder erreicht hast oder dich in deinem Traumkörper befindest. Dann klebe ein Bild von deinem Reiseziel gleich mit dazu. 

 

Hier gibt es kein "richtig" oder "falsch". Laß' dein inneres Kind kreativ werden und spielen! Es macht wirklich viel Spaß! Ein Tip ist allerdings vielleicht dennoch nützlich: stecke dir ein Ziel, das in deinem Herzen spontan Freude und ein Kribbeln verursacht. Die Kopf-Herz Verbindung ist ganz wichtig. Wenn du zur Zeit über beide Ohren verschuldet bist, könntest du dir erst einmal als Ziel stecken, deine Schulden um 1/3 zu reduzieren, anstelle sofort von der Privatinsel zu träumen. Dein Unterbewusstsein wird dich sonst ausbremsen, und der Erfolg stellt sich schwer ein. Je dichter die Ziele an deiner jetzigen Realität dran sind und je schneller du deine ersten Ziele erreichst, desto mehr kommst du in Schwung und du kannst dir schon bald die nächsten Ziele stecken. Möchtest du 40kg abnehmen? Anstelle diese Zahl als Endziel zu formulieren, setzte dir Zwischenziele, die erreichbar sind, wie z.B. 1,5 kg pro Monat. Wenn du dann doch schneller ans Ziel kommst als in ca. 26 Monaten, dann fühlst du dich noch unschlagbarer!

Hänge nun dein Vision Board auf, wo du es immer siehst. Am besten machst du gleich ein Foto davon und benutzt es als dein Hintergrundfoto für dein Handy. Immer sichtbar! 

 

Nun planst du im 2. Schritt, wie du zu deinem Ziel hinkommst. Du musst ins Tun kommen. Um den Schuldenberg abzubauen kannst du vielleicht Dinge, die du nicht mehr brauchst, verkaufen. Überarbeite dein monatliches Budget und richte dir ein Sparkonto ein. Vielleicht kannst du noch kleine Nebenjobs annehmen, usw. Wer weniger wiegen möchte, muss sich natürlich mit dem Thema Ernährung, Lebensgewohnheiten und Bewegung befassen und sich aus den Themen die Dinge heraussuchen, die ihm helfen, zum Ziel zu kommen.


Der 3. Schritt ist die Visualisierung. Dies klingt vielleicht etwas kindisch, aber wir arbeiten ja auch mit dem inneren Kind, damit es uns keine Steine in den Weg legt. Diese kleine Stimme, die leise sagt: "Das schaffst du nie", werden wir los, indem wir uns gezielt jeden Tag vorstellen, dass das Ziel bereits erreicht ist. Dies ist einer der wichtigsten Schritte. Wenn du im Moment kein Geld sondern nur Schulden hast, gehst du trotzdem "einkaufen". Stecke dir 100 Euro in dein Portemonnaie (oder soviel wie du hast) und gehe in die Läden. Du gibst das Geld nicht aus, aber so weisst du, das du es könntest. Probier Kleidung, die 100 Euro oder weniger kostet an und stelle dir vor, dass du sie schon besitzt. Wenn du ein neues Auto brauchst, dann gehe zu den Autohändlern hin und setze dich in die Autos rein. Fühle in dich hinein, wie sich dieses neue Auto für dich anfühlt. Dies sind nur ein paar Beispiele, wie kreativ du werden kannst. Der Gedanke dabei ist aber nie: "Das kann ich mir nicht leisten" oder "Das habe ich ja noch nicht" sondern z.B.: "Wow, ich sehe total super in meinem Pullover aus!" oder "Mit diesem Auto habe ich schon viele tolle Reisen unternommen."

 

Hier noch ein kleiner Kniff für diejenigen, die es gar nicht mehr können, sich neue Ziele zu stecken. Vielleicht aus Angst vor dem Versagen, weil man immer nur das gemacht hat, was anderen von einem verlangt haben oder weil man zu lange im Hamsterrad war. Lies dir deine Gedanken im Tagebuch durch. Was bewegt dich da? Und vor allem: was macht dich unzufrieden, schlecht gelaunt und frustriert? Was fehlt in deinem Leben? Diese Gedanken kannst du nun im Umkehrschluß umformulieren und dir überlegen, was dich denn zufrieden und gut gelaunt machen könnte und - voilà - hast du deine ersten Ziele!

 

Es würde jetzt zu weit gehen zu erläutern, warum diese Vision Boards beim Umsetzen der eigenen Ziele funktionieren, denn dafür müsste ich in das Thema "Manifestieren und das Gesetz der Anziehungskraft" einsteigen. Aber das spare ich mir für ein anderes Mal auf.

 

Ich wünsche euch viel Spaß und Erfolg mit eurem eigenen Vision Board!

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Die Magie des Tagebuches

Es gibt keinen besseren Tag als den 1. Januar eines Jahres, um sich Ziele zu stecken, Vorsätze zu fassen und etwas Neues zu beginnen. Die Energie, von der man beim Jahreswechsel durchströmt wird, fühlt sich genauso wundervoll prickelnd an, wie der sprudelnde Champagner auf der Zunge.

 

Astrologisch, habe ich gerade gelernt, ist der Januar geeignet, um Vorsätze zu treffen. Wer dann im Februar auch tatsächlich ins Tun kommt, kann dann wirklich punkten. Dieses Jahr sind wir sogar mit einer Sonnenfinsternis bei Neumond gesegnet, die am 5./6. Januar 2019 stattfindet. Dies ist der perfekte Zeitpunkt, alte Gewohnheiten zu hinterfragen, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen und einen Neustart zu wagen. Wichtig ist es, die Gedanken auch auf Papier zu bringen.

 

In diesem Jahr ein neues Ich? "Ich 2.0" vielleicht? Ein starkes Immunsystem, Krankheitstendenzen ausradieren, Symptome und latente Infektionen loswerden. Mehr Energie und Lebensfreude. Und dieses Mal den Vorsatz konsequent durchziehen. Mehrere Jahre. Denn Heilung auf zellulärer Ebene dauert, da alles das, was uns in die Wiege gelegt wurde und was wir selbst über die Jahre so mit uns angestellt haben, vom Körper methodisch und langsam korrigiert wird, wenn er in die Heilung tritt. Bei über 70 Trillionen Zellen geht das nicht in zwei Wochen.

 

Als ich im Sommer 2013 mein Nutritional Balancing Programm begann, wurde ich anfangs vierzehntägig gecoacht, um alle Aspekte des Programms kennenzulernen, zu implementieren und Fragen stellen zu können. Denn es ging nicht nur um gute Ernährung sondern ein komplettes Umkrempeln meines "Ichs" inklusive Lebensstil, Glaubenssätze und Einstellungen. Tiefenheilung. Nur war mir das zu der Zeit noch völlig unbewußt. Ich wollte eigentlich nur meinen lästigen Darmpilz loswerden, der mir das Leben mies machte. Ich hatte auch die Nase voll von ständigen Erkältungen, Haarausfall, Tinitus und vielen anderen Symptomen, die stetig mehr wurden. Die Mind-Body-Schiene war mir damals komplett unbekannt. In einem unserer ersten Gespräche schlug mein Coach mir also vor, ein Tagebuch zu führen, "denn," so meinte er, "es wird eine spannende Reise für dich werden". Damit  hatte er recht, nur war ich zu dem Zeitpunkt köstlich naiv und, obwohl mir der Satz aufgefallen war, hatte ich keine Ahnung, was mich erwartete.

 

Es gab mehrere Gründe, die für ein Tagebuch sprachen. Zum einen konnte ich meine Fortschritte oder auch Rückschläge dokumentieren. Da Nutritional Balancing auf tiefster zellulärer Ebene eingreift, muss man anfangs mit einigen Erstverschlimmerungen rechnen. Es ist daher wichtig festzuhalten, wann welche Symptome beginnen und ob sie besser oder schlimmer werden. Das war der praktische Grund.

 

In meinem ersten Gespräch erklärte mir mein Coach erst einmal grob die Ergebnisse sowie die Funktionen der verschiedenen Mineralstoffe und was die Mängel in mir verursachten. Was mich bis heute absolut fasziniert, ist die Möglichkeit mit Hilfe der Haaranalyse in die Seele der Klienten zu schauen. Dr. Eck identifizierte mehrere emotionale Muster, die durch die Mineralstoffmängel ausgelöst werden oder auch im Umkehrschluss: Mineralstoffmängel, die durch negative Emotionen verursacht werden. Da war sie wieder: die Body-Mind Verbindung.

 

Ich hörte also zum ersten Mal, dass ich eine negative Denkweise hätte. Ich? Konnte gar nicht sein, das musste also eine Fehlinterpretation sein! Meine Freundinnen und ich lachten nur darüber. Doch ich wurde aufmerksam und ertappte mich schon zwei Tage später, wie die negativen Gedanken sich innerhalb kürzester Zeit gegenseitig in meinem Kopf ablösten. Da war ich ziemlich geplättet.

Also her mit dem Tagebuch - das musste dokumentiert und näher betrachtet werden! Und so begann mein Dialog mit dem Unterbewusstsein, dem inneren Kind. Dem Teil von mir, der sich nie bemerkbar machen durfte und eiskalt unterdrückt und in Schach gehalten wurde. Das Tagebuch, ein Gegenstand der absoluten Verschwiegenheit, ganz ohne Bewertung dessen, was da so aufgeschrieben wurde und die Seiten füllte.

 

Ich hatte als Teenager regelmässig in Tagebücher geschrieben. Zwei Jahre nach meinem Burnout fielen mir meine alten Tagebücher wieder in die Hände. Ich gönnte mir das Vergnügen, sie zu lesen und somit meine Jugendzeit noch einmal zu durchleben - mit allen ihren Höhen und Tiefen. Doch dieses Mal war mein Blick geschärft und die "gesammelten Werke" schienen das Licht auf Seelenverletzungen, die mich unbewusst mein ganzes Leben begleitet und geprägt hatten. Wir sind uns unseren Glaubenssätzen, Verletzungen und Mustern oftmals nicht bewusst, und ein Tagebuch kann dieses an die Oberfläche bringen. 

 

Ich habe das Tagebuch auch genutzt, um mich in Dankbarkeit zu üben. Wenn mich Nutritional Balancing mal wieder von den Socken gehauen hatte oder meine Negativgedanken wieder anfingen, sich bemerkbar zu machen, half der Fokus auf Dankbarkeit, mich in eine bessere Gemütslage zu versetzen. "Wenn du nichts findest, wofür du dankbar bist, sei dankbar für deinen Atem oder dein Augenlicht" las ich einmal. Wenn der Dankbarkeitsmuskel erst einmal wieder in Schwung gekommen ist, ist es viel einfacher, die vielen schönen Dinge und Momente im Leben zu erkennen und dafür dankbar zu sein.

 

Wer sich für die eigene Gesundheit und Heilung interessiert, darf die Seele nicht außer Acht lassen. Heilung und Gesundheit können nur dann eintreten, wenn Körper, Geist und Seele heil sind. Und so kann das Tagebuch auf vielfältige Weise helfen: um Essgewohnheiten zu dokumentieren, Süchte oder Ängste aufzuspüren, als Sammelstelle für Gedanken und Ideen oder als stille(r) Vertraute(r).

 

Gönne dir ein schönes Tagebuch und einen tollen Stift, vielleicht sogar in verschiedenen Farben, um dem inneren Kind ein Spielzeug zu geben und die Kreativität zu animieren. Ein luxuriöses Tagebuch, das hübsch auf dem Nachttisch liegt, lädt dazu ein, sich gemütlich hinzusetzen und seinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Leg einfach los, jetzt und heute, denn es kann auch für dich eine "spannende Reise" werden.

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Der Anfang...

Ich saß mittig links zwischen meinen Nachbarinnen, deren Söhne mit meinem jüngsten Sohn in einer Klasse waren. Es war ein paar Tage vor Weihnachten, und die Kirche war unangenehm kalt und grau. Nicht einmal der Mantel, den ich trug, vermochte mir ein wohlig-warmes Gefühl zu schenken.

 

Wir beteten den Rosenkranz. Ich bin nicht mit den Gebräuchen der katholischen Kirche aufgewachsen, und für mich fühlte es sich an, als ob dieses Gebet kein Ende nehmen wollte.

 

Und dann kam sie. Die Lehrerin meines Sohnes. 41 Jahre alt. Die, die ihn in der ersten Klasse unterrichtet hatte. Sie wurde in einem schlichten Sarg durch das Kirchenschiff bis zum Altar geschoben. Der Sarg war genauso grau wie das Innere der Kirche und sah so schwer aus wie unsere Herzen es waren.

 

Ich war immer noch fassungslos, wie schnell diese ausserordentlich lustige und lebensbejahende Frau innerhalb von neun Monaten nach ihrer Darmkrebsdiagnose gestorben war. Ich war eine der drei Elternvertreterinnen in diesem Schuljahr und hatte engen Kontakt zu ihr gehabt. Es gab überhaupt keine Anzeichen, dass etwas mit ihr nicht stimmte, aber nach der Beerdigung hörte ich, dass sie schon länger Darmprobleme hatte und mein Sohn berichtete später, dass sie mehrmals täglich Colagetränke getrunken hatte. Im Gegenteil: während ich mitten in meinem Burnout steckte und nicht einmal für die kleinsten Dinge Kraft hatte, bewunderte ich heimlich ihre sprühende Energie, ihre Geduld mit einem Haufen quirliger Erstklässler, ihr volles Haar (ich litt zu der Zeit unter Haarausfall) und ihre ansteckend gute Laune.

 

Ungefähr sechs Monate später, an einem heissen Sommertag mit stahlblauem Himmel, saß ich wieder mittig links. Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Atmosphäre liebevoll, jeder einzelne Aspekt der Trauerfeier durchdacht. Der älteste Sohn meiner Nachbarin, Eddie Jr., Schulfreund meines jüngeren Sohnes, stand mit seinen zarten acht Jahren vor der Trauergemeinde und las einen Brief vor, den er an seine Mutter verfasst hatte. Seine Mutter, eingeäschert, befand sich neben ihm. Sie war 39 Jahre alt und an Brustkrebs gestorben, obwohl sie keine Genmutation hatte. Sie hinterließ vier kleine Kinder, acht Jahre alt und jünger. Zwei Jahre lang kämpfte sie. Ihr Mann las ihren Abschiedsbrief vor.

 

Ein Satz, den er vorlas, hallt noch heute in meinem Kopf. Ich werde ihn nie vergessen und er treibt mich an, mein Gelerntes weiterzugeben. Wie ein Bauer, der seine Saat ausstreut, schreibe ich jetzt meine Erfahrungen mit Ernährung und Selbstheilung nieder, in der Hoffnung, dass die Saat bei einigen Lesern zu keimen beginnt. Der Satz, den er vorlas war:

 

"Ich habe mich so oft gefragt, warum mein Krebs so aggressiv ist. Ich habe alles versucht. ZUM SCHLUSS HABE ICH SOGAR MEINE ERNÄHRUNG UMGESTELLT."

 

Ich hatte zu dem Zeitpunkt gerade das Nutritional Balancing Programm begonnen, das mir inzwischen meine Gesundheit wiedergegeben hat. Zum Zeitpunkt ihres Todes wusste ich wenig über Selbstheilung und noch weniger, als sie mich zwei Jahre vorher anrief und mir von ihrer Diagnose erzählte. 

 

Nach meinem Umzug von New Jersey nach Deutschland gab es noch drei Todesfälle von Nachbarn zu beklagen. Alles Männer, deren Kinder mit meinen Kindern in die Schule gegangen waren. Alles Männer, die eigentlich komplett in ihrer Kraft hätten stehen müssen. Alle waren Anfang 40. 

 

Biohacking für gute Gesundheit und Selbstheilung lässt mich nicht mehr los. Die komplexe Biochemie des Körpers finde ich spannender als einen Krimi.

 

Ich bin keine Fanatikerin, die alles bis aufs Gramm abwiegt, sich komplett einengt oder sonstige Kopfstände macht. Ich habe aber genug Selbstdisziplin entwickelt, die Dinge zu tun, die meine Gesundheit optimieren und erhalten. So kann ich die großen und kleinen Dinge im Leben geniessen. Ich durfte am eigenen Leib erfahren, dass nichts wichtiger ist als die Gesundheit - keine tolle Familie, kein Geld, keine Karriere oder sonstige Besitztümer. Jeder weiss es, es wird oft genug auf die Wichtigkeit guter Gesundheit hingewiesen und doch kann man es erst so richtig begreifen, wenn die Gesundheit einmal weg war. Wer zu den Glücklichen zählt, sich wieder erholen zu können, wird diese Lektion nicht mehr vergessen.

 

So fing alles an. Und Madeline, Jill und die, deren Namen ich nicht kenne, spornen mich an, jeden Tag Gutes für mich und meinen Körper zu tun und andere Menschen dabei mitzunehmen.

 

 

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